Ghasel 159: Nicht alle Münze des Sufi ist rein und unvermischt
نقد صوفی نه همه صافی بیغش باشد
ای بسا خرقه که مستوجب آتش باشد
صوفی ما که ز ورد سحری مست شدی
شامگاهش نگران باش که سرخوش باشد
خوش بود گر محک تجربه آید به میان
تا سیهروی شود هر که در او غش باشد
خط ساقی گر از این گونه زند نقش بر آب
ای بسا رخ که به خونآبه منقش باشد
نازپرورد تنعم نبرد راه به دوست
عاشقی شیوهٔ رندان بلاکش باشد
غم دنیای دنی چند خوری؟ باده بخور
حیف باشد دل دانا که مشوش باشد
دلق و سجادهٔ حافظ ببرد بادهفروش
گر شرابش ز کف ساقی مهوش باشد
Nicht alle Münze des Sufi ist rein und unvermischt;
so manche Kutte verdient das Feuer.
Unser Sufi, der vom Morgengebet trunken wurde,
beobachte ihn am Abend, wenn er angeheitert ist.
Schön wäre es, käme der Prüfstein der Erfahrung zum Einsatz,
damit jeder beschämt wird, in dem Beimischung ist.
Wenn der Flaum des Schenken so Bilder aufs Wasser zeichnet,
wird so manches Gesicht mit blutigen Tränen bemalt sein.
Wer in Wohlleben verzärtelt wurde, findet den Weg zum Freund nicht;
das Lieben ist die Art der Rends, die Leid ertragen.
Wie lange grämst du dich um die niedrige Welt? Trink Wein.
Schade um ein weises Herz, das verstört ist.
Der Weinhändler nimmt Kutte und Gebetsteppich des Hafis mit,
wenn sein Wein aus der Hand eines mondgleichen Schenken kommt.
Deutung des Fals
Nicht jeder, der Reinheit beansprucht, ist rein: Traue dem Schein nicht und lass Zeit und Erfahrung die Wahrheit ans Licht bringen. Der Weg des Herzens verlangt Ausdauer und lässt sich nicht in Bequemlichkeit gehen. Gräme dich nicht so sehr um Weltliches; ein weises Herz sollte nicht in Aufruhr bleiben.